Erstellt am: 14. Dezember 2022
In der Holzbranche wird zwischen Vollholzprodukten und Holzwerkstoffen bzw. Plattenwerkstoffen unterschieden. In die Kategorie der Vollholzprodukte fallen unter anderem das Konstruktionsvollholz und das Brettschichtholz. Holzwerkstoffe werden aus zerkleinerten Holzteilen (z. B. Späne, Fasern, Furniere, Bretter) in entsprechenden Verfahren unter Zugabe von Klebstoffen und Bindemitteln zu Platten verpresst. Die zahlreichen Eigenschaften von Holz machen diesen Rohstoff bekanntlich zu einem natürlichen sowie flexiblen Baustoff. Im Folgenden wird näher Bezug auf die wichtigsten Holzprodukte genommen.
Konstruktionsvollholz ist ein veredeltes Bauschnittholz, welches den Festigkeitsklassen C24 und C30 entspricht. Zu den zulässigen Holzarten, die industriell zu KVH verarbeitet werden können, gehören Kiefer, Fichte, Tanne, Douglasie und Lärche. Grundsätzlich wird beim Konstruktionsvollholz zwischen KVH für sichtbare Anwendungen (KVH-Si) und KVH für nicht sichtbare Anwendungen (KVH-Nsi) unterschieden. KVH ist aufgrund der Keilverzinkung zu einem unendlichen, kraftschlüssigen Vollholzprodukt ausgebildet und wird in der DIN 1995-1-1 geregelt. KVH darf grundsätzlich nur in den NKL 1 und 2 verwendet werden.
Bauhölzer für tragende Zwecke müssen durch eine CE-Kennzeichnung kenntlich gemacht werden. Diese gibt klare Vorschriften vor, die erfüllt werden müssen:
Das Brettschichtholz, auch unter GL (= glue laminated timber) bekannt, besteht aus mindestens drei miteinander verleimten Nadelholzbrettern und zeichnet sich durch Lamellen aus, die wechselseitig geleimt sind. Für die Herstellung von BSH wird z. B. nur Fichte, Lärche, Tanne oder Douglasie verwendet. Wie beim KVH wird zwischen sichtbaren und nicht sichtbaren Merkmalen unterschieden. Zusätzlich wird zwischen homogenem (homogen bzw. GL24H = alle Lamellen entsprechen der Festigkeitsklasse C24) und kombiniertem BSH unterschieden. BSH kann in Breiten von bis zu 30 cm und in einer Querschnittshöhe von bis zu 3 m hergestellt werden.
Info: BSH ist besonders tragfähig und kommt zum Einsatz, wenn schwere Kräfte abgeleitet werden müssen. KVH wird hingegen eingesetzt, wenn vollständige Konstruktionen errichtet werden. Die schweren Träger sind in diesem Zusammenhang meist aus BSH gefertigt.
Plattenwerkstoffe
Neben den Vollholzprodukten BSH und KVH werden in Konstruktionen auch Plattenwerkstoffe verwendet. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen und Formen. Die gängigsten Plattenwerkstoffe sind:
Die Spanplatte wurde immer weiterentwickelt: Seit 1963 gibt es die sogenannten Grobspanplatten (OSB-Platten). Dabei werden lange Späne bei der industriellen Herstellung miteingearbeitet. Durch die langen Fasern wird die Biegefestigkeit gesteigert und durch den hohen Klebeanteil wird der Wasserdampfdiffusionswiderstand erhöht.
Spanplatten müssen immer CE-zertifiziert sein, um sie für tragende Anwendungen nutzen zu können. Weiterhin darf in den Platten der Richtwert von 0,124 mg/m³ an Formaldehyd nicht überschritten werden. Vom Holzschutzmittel Pentachlorphenol (PCP) darf max. 5 ppm enthalten sein. Mit der Brandschutzklasse D deutet die Platte darauf hin, dass sie normalentflammbar ist, sich durch eine mittlere Rauchentwicklung (s2) auszeichnet und beim Brennen keine Partikel abfallen dürfen (d0).
Nach DIN EN 300 werden die technischen Eigenschaften der Plattentypen geregelt. Es gibt vier Plattentypen:
Sperrholz
Der Begriff „Sperrholz“ leitet sich von dem Verfahren ab, wie die einzelnen Schichten aufeinander geleimt werden – die Holzfurniere sperren sich in ihrem Bewegungsverhalten gegenseitig ab. Die Schichten werden kreuzweise verleimt, sodass das Q/S-Verhalten fast nicht mehr nennenswert ist. Es gibt verschiedene Arten von Sperrholzplatten:
Der Trend zum Holzbau hält seit Jahren an und entwickelt sich immer weiter. Die Holzbauqualität spielt in dieser Hinsicht dauerhaft eine entscheidende Rolle: Nadelhölzer zu Bauzwecken werden in der Regel nach DIN 4074-1 geregelt. Die Norm legt die Sortiermerkmale und Sortierklassen fest, welche letztlich als Voraussetzung für die Festlegung ihrer Tragfähigkeit und Anwendungstauglichkeit gilt.
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