Erstellt am: 11. November 2025
Die Holz-Beton-Verbundbauweise (HBV) gewinnt im modernen Holzbau zunehmend an Bedeutung. Durch die Kombination der Werkstoffe Holz und Beton entsteht ein hybrides Konstruktionssystem, das hohe Tragfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit vereint. Während Holz vor allem die Zugkräfte aufnimmt, übernimmt Beton die Druckkräfte. Es entsteht ein leistungsfähiges Bauelement, das bei gleicher Spannweite mit geringeren Querschnitten auskommt, die Durchbiegung reduziert und zusätzliche Vorteile beim Schall- und Brandschutz bietet.
Insbesondere im mehrgeschossigen Holzbau, bei Aufstockungen und in der Sanierung von Bestandsgebäuden hat sich das Holz-Beton-Verbundsystem etabliert. Es bietet Planenden, Statikern und Ausführenden ein hohes Maß an Flexibilität und Sicherheit. Mit dem TCC MAX stellen wir von Eurotec eine neu entwickelte Verbindungstechnologie zur Verfügung, die die effiziente Umsetzung solcher hybriden Tragwerke noch einfacher und wirtschaftlicher macht.
TOC: Was ist Holz-Beton-Verbund? | Vorteile von HBV | TCC MAX und seine Eigenschaften | Planung und Bemessung mit der ECS-Software | Beispielausführung und Anwendung | Fazit: Verbindungstechnik für die Zukunft?
In der Baubranche gilt die Holz-Beton-Verbundbauweise als besonders wirkungsvoll. Das Holz übernimmt die Zugkräfte und sorgt dank seines geringen Eigengewichts für eine leichte Tragstruktur. Der Beton hingegen übernimmt die Druckkräfte und erhöht somit die Steifigkeit des Bauteils enorm.
Die Kombination beider Baustoffe führt zu einer hohen Tragfähigkeit und einem reduzierten Materialeinsatz. Dadurch lassen sich die Vorteile von Beton und Holz ideal ausnutzen. Neben statischen Vorteilen bietet der HBV zudem verbesserte Schallschutzwerte, ein günstiges Schwingungsverhalten und bessere Brandschutzreserven.
Mehr Hintergrundwissen über die Holz-Beton-Verbundweise erhalten Sie in unserem Fachbeitrag.
Die Verbindung zwischen beiden Baustoffen ist grundlegend für das Holz-Beton-Verbundsystem und bestimmt die Leistungsfähigkeit des Gesamtkonstrukts. Zu diesem Zweck wurde der TCC* MAX-Verbinder von Eurotec entwickelt: Er sorgt für einen dauerhaften und schubfesten Verbund zwischen Holz und Beton und ist damit ein zentrales Element für effiziente und sichere Tragwerke.
*TCC = Timber-Concrete Composite
Der Verbinder besteht aus einem Stahlzylinder, der am Holzbauteil mittels KonstruX Vollgewindeschrauben befestigt und weiterhin im Beton mit einer Bolzenschraube M14 x 60 mm verankert wird. Die eingesetzten Schrauben stellen einen Rückzugswiderstand sowie eine hohe Anfangssteifigkeit sicher, während der Bolzen gemeinsam mit dem zylindrischen Teil die Tragfähigkeit des Verbundsystems unterstützt.
Hohe Anfangssteifigkeit = Reduktion von Verformungen und Durchbiegung
Duktile Bruchfestigkeit = kontrolliertes Tragverhalten
Einfache Montage = bereits vorab im Werk oder direkt auf der Baustelle
Der Verbinder kann für verschiedene Holzarten eingesetzt werden, darunter Furnierschichtholz (LVL), Brettsperrholz (CLT), Massivholz oder Brettschichtholz (BSH). Hinsichtlich der Betonschicht kann der TCC MAX für konventionellen Beton sowie Leichtbeton mit einer Mindestfestigkeit von C20/C25 und einer maximalen Korngröße von 8 mm eingesetzt werden. So lassen sich unterschiedlichste Tragwerkskonzepte flexibel und effizient realisieren.
Für die Herstellung eines tragfähigen, statischen Holz-Beton-Verbunds sind zunächst umfassende Berechnungen sowie die Wahl der optimalen Verbindungsmittel notwendig. Dabei müssen sämtliche relevante statische Anforderungen berücksichtigt werden. Hierfür steht Planern die ECS-Software zur Verfügung – ein Tool, das alle relevanten Nachweise und prüffähigen Unterlagen für die Tragwerksplanung bereitstellt. Sie unterstützt die genaue Auslegung je nach Projektanforderung, ganz gleich ob Sanierung oder Neubau.
Neben diversen Modulen für Holzverbindungen befindet sich auch ein TCC-Modul in der Software, das folgende Möglichkeiten beinhaltet:
Der TCC MAX ist ebenfalls in der Software integriert und kann im Dropdown-Menü der Verbinderauswahl ausgewählt werden. Die technischen Mindestanforderungen liegen bei einer Mindestbetonstärke von 80 mm und einer Mindestträgerbreite von 140 mm.
Beispielausführung:
Für einen Brettschichtholzträger GL28h mit einer ständigen Last von 6 kN/m² und einer veränderlichen Last von 2 kN/m² ergeben 8 TCC MAX-Verbinder pro Träger ein statisch optimales Ergebnis. Der Verbund erzielt dabei ein hervorragendes Verhältnis zwischen hoher Steifigkeit und duktiler Bruchfestigkeit. Insbesondere bei zyklischen Belastungen (z. B. bei Gebäuden mit erhöhten dynamischen Anforderungen (Schwingungen, Personenbewegungen etc.)) ist diese Eigenschaft von großem Vorteil.
Mit dem TCC MAX bieten wir eine innovative Verbindungstechnologie, die den Holz-Beton-Verbundbau noch wirtschaftlicher, sicherer und planungssicherer macht. Die Kombination aus hoher Anfangssteifigkeit, duktiler Bruchfestigkeit und einfacher Handhabung macht ihn zu einer leistungsstarken Lösung für unterschiedlichste Tragwerksanforderungen.
Dank der Integration in die ECS-Bemessungssoftware wird die Planung noch effizienter, transparenter und sicherer. Damit ist der TCC MAX ein wichtiger Baustein für zukunftsfähige Tragwerkslösungen im modernen Holzbau – ob bei der Sanierung bestehender Gebäude oder bei innovativen Neubauprojekten.
Vertiefen Sie Ihr Wissen rund um das Thema Holz-Beton-Verbund: In unserer HBV-Broschüre finden Sie alle wichtigen Grundlagen, technischen Details und Anwendungsbeispiele zusammengefasst.
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